Der Begriff „Unterstützte Kommunikation“ ist der Oberbegriff für pädagogisch-therapeutische Maßnahmen zur Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten von Menschen, die nicht oder kaum über Lautsprache verfügen. Zu diesem Personenkreis gehört ein sehr großer Teil unserer Schülerschaft. Fehlende Lautsprache ist aber nicht gleichzusetzen mit fehlendem Sprachverständnis. Vielmehr können Schülerinnen und Schülern ohne Lautsprache oft einiges oder sogar alles verstehen und haben das Bedürfnis, selbst etwas mitzuteilen. Häufige Misserfolge in der Kommunikation mit anderen können zu Verhaltensauffälligkeiten und/oder Resignation in den Kommunikationsbemühungen führen.
Die Anbahnung und weitere Förderung der kommunikativen Kompetenzen dieser Schülerinnen und Schülern ist daher eine zentrale Aufgabe an unserer Schule und wird in allen Unterrichtsfächern umgesetzt. Mit Hilfe des Konzepts der Unterstützten Kommunikation wird versucht, geeignete Kommunikationssysteme zu finden und individuell anzupassen, damit den Schülerinnen und Schülern und ihren Bezugspersonen eine effektivere Verständigung ermöglicht und damit eine soziale Integration erleichtert werden kann.
In einer umfassenden Diagnostik werden die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Entwicklungsbereichen erfasst. Durch Beobachtung werden dabei speziell die gegenwärtigen kommunikativen Möglichkeiten genau analysiert. Auf Basis der so ermittelten individuellen Ausgangslage der Schülerinnen und Schülern werden in der Förderung unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt bzw. Ziele verfolgt:
Der Bereich der Unterstützen Kommunikation wird durch ein Team von Fachlehrerinnen und Fachlehrern vertreten. Diese arbeiten möglichst eng mit den Klassenteams zusammen.
Da Kommunikation am besten in natürlichen Situationen, d.h. in der Gruppe, gelernt werden kann, erfolgt die Förderung überwiegend im Klassen- oder Kleingruppenunterricht. Daher gehört es zu den Aufgaben der Fachlehrer und Fachlehrerinnen, die Klassenteams bei der Erstellung individueller Förderkonzepte, der Bereitstellung geeigneter Materialien und der Gestaltung des Lernumfeldes zu beraten, damit individuelle Maßnahmen der Unterstützen Kommunikation im gesamten schulischen Alltag Berücksichtigung finden.
Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im Unterricht an unserer Schule ermöglicht die Kompensation motorischer Beeinträchtigung z.B. in Form von Schreib- und Lernhilfen (Computer mit speziellen Eingabehilfen und Spezialsoftware).
Fehlende Körper-, Spiel- und Lernerfahrungen führen häufig zu Einschränkungen des räumlich und zeitlichen Vorstellungsvermögens. Der Einsatz von Simulationen am Computer kann im Unterricht dazu beitragen, Abläufe und Zusammenhänge zu visualisieren und somit vorstell- und begreifbar zu machen.
Schriftspracherwerb und Lesefähigkeit werden zudem bei diesen Schülerinnen und Schülern oft nur über den Einsatz von Computern insbesondere mit Sprachausgabe möglich.
Auch zum basalen Funktionstraining für Schülerinnen und Schülern mit schwersten Mehrfachbehinde-rungen können Computerprogramme eingesetzt werden. Sie helfen beim Agieren, beim Wahrnehmen, beim Differenzieren, beim Erforschen von Wirkungszusammenhängen und bei der Entwicklung des Selbstkonzeptes.