Die Klasse O3b der Paul-Goldschmidt-Schule hat zum ersten Mal eine Spargeltour unternommen. Von alteingesessenen Bremern erfuhr Herr Hupfer von einer ähnlichen Tradition wie dem Grünkohlessen - der Spargeltour. Sein Ziel war es, durch die Spargeltour in regionale Traditionen einzuführen. Da die Schüler*innen unterschiedliche Migrations- und Fluchthintergründe haben, sollte so ein Umgang mit einer geselligen Wanderung erprobt werden. Weil die Klasse O3b aus Schülern besteht, die einen hohen pflegerischen Unterstützungsgrad haben, musste die Route so geplant werden, dass jederzeit eine schnelle Rückkehr zur Schule garantiert war. Demnach sollte sich der erste Teil im südlich angrenzenden Friedehorst-Park abspielen, welcher aus mehreren großen Wiesen und Sitzmöglichkeiten besteht. Der zweite Teil sollte in den nördlichen Teil der Umgebung der Schule gehen. Dazwischen gab es eine Pause an der Schule für pflegerische und medizinische Bedarfe.
Wie bei der Grünkohltour werden bei der Spargel-Variante Spiele gespielt, die einen Wettbewerbscharakter haben. Zu Beginn wurden per Wahlverfahren zwei Teams gebildet (Team "Sauce hollandaise" und Team "Spargelspitzen"). Von da an standen sich die Teams in vier Wettbewerben gegenüber. Begonnen wurde mit klassischem Tauziehen. Hierbei gab es für "Sauce hollandaise" die ersten Punkte. Schüler mit hohem Unterstützungsbedarf wurden toll von ihren Klassenkameraden mit eingebunden. So folgte im Anschluss eine Variante des Spiels "Wer bin ich?". Die Teams mussten sich dabei eine Person der Schule, Mitarbeiter/in oder Schüler/in, ausdenken und diese mit fünf Hinweisen dem anderen Team beschreiben. Wieder gingen die Punkte an die "Sauce hollandaise". Einige Meter weiter und dem Nieselwetter trotzend, folgten die Teams Herrn Hupfer zur nächsten Station: dem Gummistiefel-Weitwurf. Es trat jeweils ein Teammitglied der "Sauce hollandaise" gegen ein Spargelspitzen-Mitglied gegeneinander an. Bei diesem Spiel konnte wiederholt die "Sauce hollandaise" gewinnen. Als letztes Spiel der ersten Phase der Tour ging es um ein non-verbales Teamspiel. Der Auftrag war, dass sich die Teams Berufe ausdenken, die sie dann dem anderen Team pantomimisch darstellen sollten. Hier konnten auch die "Spargelspitzen" die ersten Punkte einheimsen.
Nach der Pause verzog sich der Regen und es konnte mit einem typisch norddeutschen Spiel gestartet werden: Boßeln. Es sollte eine bestimmte Distanz mit möglichst wenigen Würfen überwunden werden. Die Feldwege wurden bespielt, es folgen auch einige Würfe ins Dickicht. Die Kugeln konnten aber nach einigen Minuten Suche wieder benutzt werden. Nach einem spannenden Wettkampf konnten die „Spargelspitzen“ das Duell für sich entscheiden. Im dritten Block gab es Spargel, Kartoffeln, Sauce hollandaise und Schinken. Besonders schön war die Erkenntnis, dass einige Schüler/innen noch nie Spargel gegessen hatten und es ihnen richtig gut schmeckte. Es konnten bereits einige Klassen dafür begeistert werden, im nächsten Schuljahr auch eine Spargeltour zu unternehmen.
Oliver Hupfer